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 Floriansfest 2019 mit Fahrzeugübergabe des neuen LF10

Neues Feuerwehrfahrzeug soll für größtmögliche Schlagkraft und höchste Sicherheit sorgen

Feuerwehrfest und Fahrzeugweihe bei der Freiwilligen Feuerwehr Tairnbach / Ökumenische Segensfeier

Tairnbach – rka – Im Einsatz gegen die Flammen, bei technischer Hilfeleistung oder in anderen Notfällen braucht die Freiwillige Feuerwehr eine Ausrüstung, auf die sie sich hundertprozentig verlassen kann. Um dieses Ziel noch besser zu erreichen, besitzt die Tairnbacher Wehr seit Samstag ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 10 mit Zusatzbeladung für die Wasserversorgung, das zu Beginn der Feierstunde vor dem Feuerwehrgerätehaus noch mit einer großen Plane verhüllt war. Die Übergabe wurde musikalisch umrahmt durch den Evangelischen Posaunenchor unter der Leitung von Clarissa Dold. „Mission erfüllt“, so stellte Bürgermeister Jens Spanberger in seiner Ansprache zur Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeugs an die Freiwillige Feuerwehr Tairnbach fest. Zu Beginn seiner ersten Amtszeit habe man sich vor einer „fast unmöglichen Mission“ befunden. Denn auf der Wunschliste in Tairnbach standen der Bau einer Feuerwehrgerätehalle und die Anschaffung eines Einsatzfahrzeugs. Heute dürfe man mit berechtigtem Stolz feststellen, dass beide Vorhaben mit einer Summe von 1,5 Millionen Euro verwirklicht wurden.

Rückblickend sei dies dem Umstand geschuldet, dass das zu Ende gehende Jahrzehnt auch für die Gemeinde Mühlhausen als „goldene Zeit“ in die Geschichte eingehen wird. Deshalb sei die Gemeinde in der Lage gewesen, über 34 Millionen Euro in die Infrastruktur der drei Ortsteile zu investieren. Als weiteren Punkt nannte Spanberger die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Verwaltung, Bürgermeister, Gemeinde- und Ortschaftsrat. Nach vielen Diskussionen, harten Verhandlungen und manchen kritischen Worten habe man zu einem „guten und vertretbaren Weg“ zusammengefunden. Erfreulich sei auch, dass man das Ergebnis der Ausschreibung von 470 000 auf 420 000 Euro herunterhandeln konnte, ohne dabei die Funktion des neuen Fahrzeugs zu gefährden. So werde das neue Fahrzeug einen sehr hohen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung in der Gemeinde sowie im Unterkreis Wiesloch leisten.

Sicher ist sich der Bürgermeister, dass dieses „hochmoderne und zukunftsfähige Löschgruppenfahrzeug“ die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrabteilung Tairnbach, aber auch der Gesamtfeuerwehr Mühlhausen deutlich erhöhen wird. Wichtig ist dem Bürgermeister auch das reibungslose Zusammenspiel aller drei Abteilungswehren. So könne man im örtlichen Feuerlöschwesen einen modernen und technisch zeitgemäßen Fahrzeugpool aufweisen, dessen Einsatzfahrzeuge technisch aufeinander abgestimmt sind und sich in jeder Einsatzlage ergänzen. Damit sei, so die Aussage von Jens Spanberger, das Feuerwehrkonzept der Gesamtgemeinde vollendet und die Feuerwehr für die vielfältigen Einsatzszenarien bestens gerüstet. Abschließend dankte der Bürgermeister den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden mit ihrem Kommandanten Jens Kratochwill und seinem Stellvertreter, dem Technikausschuss der Feuerwehr, dem Gemeinde- und Ortschaftsrat für die konstruktive Zusammenarbeit. 

Von einem Freudentag für den Ortsteil Tairnbach und einem Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr sprach Ortsvorsteher Rüdiger Egenlauf. Insgesamt 31 Jahre habe das LF 8 gute Dienste geleistet. „Manches braucht seine Zeit“, meinte er mit Blick auf die Verzögerungen beim Kauf des neuen Fahrzeugs. Man habe viel Geduld und Durchhaltevermögen gebraucht, weil das Vorhaben oft für wichtigere Investitionen zurückstehen musste. Der Ortsvorsteher erwähnte die Weichenstellungen durch den ehemaligen Bürgermeister Karl Klein und die Verwirklichung durch Bürgermeister Jens Spanberger („In ihm schlägt ein Feuerwehrherz“). Rüdiger Egenlauf ist sich sicher, dass das neue LF10 die „Schlagkraft der Gesamtfeuerwehr Mühlhausen deutlich stärken wird“.

Der Feuerwehrkommandant der Abteilungswehr Tairnbach, Jens Kratochwill, sprach von einem „emotionalen Ereignis“ für ihn und seine Wehr. Nach mehr als den üblichen 25 Jahren habe man einen „würdigen Nachfolger“ gefunden. Mehr als zwei Jahre habe man sich in zähem Ringen um die Neuanschaffung bemüht. Doch der Tag der Fahrzeugübergabe sei kein Tag zum Jammern, sondern zum Feiern. Kratochwill streifte dann die einzelnen Etappen von der Planung bis zur Verwirklichung: Erfolglose Zuschussanträge, Erstellung eines Bedarfsplans, Beschlüsse durch Gemeinde- und Ortschaftsrat, Meinungsverschiedenheiten mit dem Kreisbrandmeister, europaweite Ausschreibung, Bestellung des Fahrzeugs. Der Kommandant dankte allen Mitstreitern, die den eingeschlagenen Weg mit „Weitsicht und Mut zur Entscheidung“ mitgegangen seien. Dann stieg weißer Rauch auf und das unter einer Plane versteckte Fahrzeug wurde enthüllt.

Ein Vertreter der Firma Rosenbauer dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit. Doch Technik sei nicht alles, es brauche jetzt auch Feuerwehrleute, die sie bedienen können. Ihnen allen wünschte er eine gesunde Heimkehr bei allen Einsätzen. Ein riesengroßer Schlüssel war symbolisches Zeichen für die Übergabe des neuen Fahrzeugs. Die Glückwünsche der Gesamtfeuerwehr Mühlhausen zu diesem „historischen Moment“ überbrachte der Gesamtkommandant Alexander Krotz. Er sprach von einem „letzten Puzzleteil“, damit die Feuerwehren in der Gesamtgemeinde ihren Aufgaben gerecht werden können. Diese „notwendige Investition“ sei gleichzeitig ein „Motivationsschub“ für alle Feuerwehrangehörigen.

In einer ökumenischen Zeremonie baten Pastoralreferentin Antje Kaminski für die katholische und Pfarrer Clemens Dittberner für die evangelische Kirche um den Beistand und Segen Gottes für Mensch und Technik. Am Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erläuterte Pfarrer Dittberner, dass auch der Dienst in der Feuerwehr ein „Liebesdienst am Nächsten“ ist. Nach den Fürbitten, vorgetragen durch Mitglieder der Feuerwehr, besprengte die Pastoralreferentin Antje Kaminski das neue Fahrzeug mit geweihtem Wasser. Mit dem Lied „Nun danket alle Gott“, begleitet vom Evangelischen Posaunenchor, klang die Feierstunde aus.

Anschließend hatten die Besucher die Möglichkeit, sich das neue Fahrzeug vom stellvertretenden Abteilungskommandanten Dennis Ewert in allen Details erklären zu lassen. Das Euro-6-Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Tairnbach ist aufgebaut auf einem Mercedes-Benz ATEGO-1630-Allradfahrgestell mit 300 PS und einem permanenten Allradantrieb. Euro-6-Motoren – die modernste, derzeit sauberste Dieselmotoren-Generation – leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und zum Schutz der Umwelt. Der feuerwehrtechnische Aufbau stammt von der Firma Rosenbauer, gefertigt am Produktionsstandort Luckenwalde bei Berlin. Neun Einsatzkräfte finden im Fahrzeug Platz. Es verfügt über ein großes Stauraumvolumen, eine sehr gute Rundsicht, einschließlich einem ungehinderten, direkten Kontakt zum Gruppenführer und Maschinisten, sowie über ein umfassendes Sicherheitspaket. Dieses besteht neben farblich individuell  schaltbarem Kabinenlicht, horizontalen und vertikalen Haltegriffen, Sicherheitsgurten und einer ergonomisch geformten Inneneinrichtung auch über einen rutschfesten Bodenbelag und beleuchteten Fahrzeugausstieg.

Das hoch geländegängige Fahrzeug ist nicht nur für Einsätze innerhalb des Dorfgebiets geeignet, sondern kann dank seiner Bodenfreiheit und des stabilen Geräteraumaufbaus auch abseits befestigter Straßen verlässlich und sicher eingesetzt werden. In das Fahrzeug integriert ist ein Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von zweitausend Litern Wasser, dazu 120 Liter Schaummittel für die eingebaute Schaumzumischeinrichtung. Zur Zusatzausstattung gehören eine Tragkraftspritze, ein fünftausend Liter fassender Faltbehälter, Schläuche, umfangreiche Beleuchtungsgeräte sowie hydraulisches Rettungsgerät bei Verkehrsunfällen. Die beiden Pumpen des Fahrzeugs können bei Bedarf zusammen bis zu sechstausend Liter Löschwasser pro Minute fördern. Das Fahrzeug ergänzt die beiden Löschfahrzeuge der Abteilungen Mühlhausen und Rettigheim und ist für die Wasserversorgung bei Brandeinsätzen bestens ausgestattet. 

 

 

 Textquelle: 

Rudi Kramer, Geiersbergstr. 7, 69242 Mühlhausen